LenneSchiene

Die Kommunen Schmallenberg, Lennestadt, Finnentrop, Plettenberg, Werdohl, Altena, Iserlohn und Nachrodt-Wiblingwerde haben im Jahr 2009 erkannt, dass sie die regionalen Herausforderungen, die sich in jeder Kommune individuell abbilden, nicht mit „Kirchturmdenken“ lösen können. Basierend auf der gemeinsam formulierten Idee zur Entwicklung der LenneSchiene konnten im Laufe der Zeit zahlreiche städtebauliche, ökologische und touristische Maßnahmen umgesetzt werden. Ziel war es von Beginn an, die LenneSchiene wieder zu einer lebendigen Achse werden zu lassen – quer durch Südwestfalen.

Die allgemeinen Herausforderungen des ländlichen Raumes, resultierend aus den Folgen der demografischen Entwicklung und des wirtschaftlichen Strukturwandels, sind in allen acht Kommunen der LenneSchiene - wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen - sehr ähnlich. Der gesamten Region wird bis zum Jahr 2030 ein Rückgang der Bevölkerung um circa 14 % prognostiziert. Einzelne Städte, wie Altena und Werdohl, sollen zwischen 20 und 30 % ihrer Einwohnerzahl verlieren und bilden so die Spitze bei den Prognosen für die Kommunen in NRW. Kennzeichnend in der Region sind aber auch der Wille und das Engagement der Bewohnerschaft sowie der handelnden Vertreter aus Politik und Verwaltung, sich den aus der demographischen Entwicklung resultierenden Herausforderungen zu stellen und gemeinsam Handlungsoptionen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung der Region und ihrer einzelnen Kommunen zu erarbeiten. Im Kontext der REGIONALE 2013, welche als zeitlich befristetes Strukturförderprogramm des Landes NRW diverse Möglichkeiten zur Förderung von Projektideen bot, bildete sich die Leitidee der LenneSchiene heraus. Die acht Kommunen defi nierten eine gemeinsame regionale Entwicklungsstrategie, die eine nachhaltige Verbesserung der Lebens- und Erlebnisqualität, eine Stärkung der Identität und eine Attraktivierung des Lennetals und seiner landschaftlichen und städtebaulichen Besonderheiten zum Ziel hatte. Die regionale Entwicklungsstrategie fußte dabei sowohl auf einen planerisch-konzeptionellen als auch auf einem kooperativen Ansatz.

Gemeinsames Konzept schrittweise umsetzen

Abgeleitet aus den bekannten Problemstellungen und Chancen sowie ersten Ideen zur Entwicklung der Region wurden zur Konkretisierung des Konzeptes LenneSchiene Projektfamilien aufgestellt, die den programmatischen Überbau für die kommunalen und regionalen Projekte bildeten. Als durchgängiges „Blaues Band“ sollte der Fluss selbst betrachtet werden und im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehen. Es galt von Beginn an, die Lenne wieder in das Ortsbild zu integrieren und vor allem in das Bewusstsein der Anwohner zu holen. Entlang der Lenne stellte zum anderen die Qualifi zierung des Radwegs Lenneroute einen wesentlichen Baustein zur besseren Wahrnehmbarkeit der Region dar: Sie verbindet alle Kommunen miteinander und vernetzt die touristischen Highlights und Attraktionen, sodass eine Stärkung der Freizeit- und Erlebnisfunktionen erreicht wird. 

Neben dieser planerischen Auseinandersetzung war die Ausgestaltung der interkommunalen Kooperation sowie die Förderung der Kommunikation nach innen und außen stets ein wesentliches Ziel der LenneSchiene. Im Kontext des Projekts konnten eine Vielzahl an Akteuren zusammengeführt werden und sich neue Kommunikationsplattformen entwickeln. Von allen Beteiligten wurde früh erkannt, dass Netzwerke und Prozesse initiiert werden sollten, die darauf zielen, die in der Region vorhandenen Ideen, die Kreativität und das Wissen zu bündeln. Das gemeinsame Nachdenken, Diskutieren und Konzipieren über die Ziele und Projekte der LenneSchiene sowie eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit in den lokalen und regionalen Medien sorgte für eine erste Etablierung der Marke LenneSchiene und kann als Grundstein der neuen regionalen Identifikation gewertet werden. Ziel der Öffentlichkeitsarbeit zur LenneSchiene war es zudem, durch die Organisation und Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen und Festivitäten die Kommunikation und den Austausch sowohl in den einzelnen Kommunen als auch zwischen den (benachbarten) Kommunen anzuregen.

Was hat sich aus der Idee LenneSchiene heraus entwickelt?

Seit dem Zusammenschluss der acht Kommunen im Jahr 2009 hat sich entlang der Lenne einiges getan. Durch die Umsetzung vielfältiger Projekte aus der Rahmenkonzeption sowie der Etablierung der Lenneroute als regionaler Radweg sind neue Orte am Fluss entstanden, die den Blick auf die Eigenarten des Lennetals richten und Bewohner sowie Besucher zum Entdecken, Verweilen und Flanieren einladen. Durch die Ableitung der Projekte aus den Projektfamilien und die Verwendung wiederkehrender Gestaltungselemente wurde aus den einzelnen Projekten ein einheitliches Band entlang der Lenne geschaffen, welches als Basis der zukünftigen Aktivitäten im Kontext der LenneSchiene 2.0 dienen wird.